Sandstrahlkabinen: Atemluftqualität und Prozesssicherheit
In Sandstrahlkabinen ist Druckluft nicht nur Energieträger für das Strahlmittel, sondern fungiert in Form von versorgter Atemluft als Lebensgrundlage für den Anwender. Werden hier Grenzwerte überschritten, drohen unmittelbare Gesundheitsschäden und rechtliche Konsequenzen für den Betreiber.
Die Anwendung
Beim Sandstrahlen entstehen hohe Staubkonzentrationen. Der Anwender ist über eine Vollmaske oder einen Schutzhelm direkt an das Druckluftnetz angeschlossen. Da die Luft oft durch ölgeschmierte Kompressoren verdichtet wird, besteht das Risiko, dass Schadstoffe direkt in die Lunge gelangen. Die Überprüfung nach DIN EN 12021 ist hier keine Option, sondern eine arbeitssicherheitstechnische Pflicht.
Ihr Nutzen
- Rechtssicherheit: Sie erfüllen die gesetzlichen Anforderungen der DGUV und der DIN EN 12021. Im Falle eines Unfalls ist die lückenlose Dokumentation Ihrer Luftqualität Ihre Absicherung.
- Mitarbeiterschutz: Sie verhindern Langzeitschäden durch Ölnebel oder akute Vergiftungen durch CO/CO2.
- Prozessstabilität: Trockene, ölfreie Luft verhindert teure Stillstandzeiten durch verstopfte Düsen oder mangelhafte Oberflächenqualität der gestrahlten Teile.
Gemessene Parameter & Relevanz
Feuchtigkeit (H2O)
Korrosion an der Ausrüstung, Verklumpen des Strahlmittels und Vereisung der Ventile bei Entspannung.
Kohlendioxid (CO2)
Führt zu Konzentrationsmangel, Schwindel und Atemnot.
Kohlenmonoxid (CO)
Lebensgefahr. CO ist geruchlos und blockiert den Sauerstofftransport im Blut. Entsteht oft durch Ansaugen von Abgasen am Kompressor.
Öl (VOC)
Lungenschäden, Geruchsbelästigung und Kontamination der Werkstückoberfläche (Haftungsprobleme bei Lackierung).
Sauerstoff (O2)
Sicherstellung der Mindestkonzentration von 21% +/-1% zur Vermeidung von Erstickungsgefahr.